Tell und sein Kind. Телль и его сын
в швейцарском Арте
В кантоне Ури на кол
Наместник шляпу вздел:
«Найдется ли зевака,
Кто б не склониться смел?»
Не стал я класть поклоны,
В глаза ему смотрел.
Он: «Ты заговорённый?
Посмотрим, сколь умел.»
Коварнее ловушки
Нет для меня, стрелка:
Сбить яблоко с макушки
Любимого сынка.
Сын
За что, отец, скажи, чтоб знал,
Меня ты к липе привязал?
Телль
Молчи, дитя, нет в сердце зла,
Надеюсь, что моя стрела
Тебя не окровавит.
Ты без вины, я не грешил,
Господь да будет с нами мил,
Он и стрелу направит.
Не гни главу, и стан – прямой,
Во имя Бога выстрел мой,
Господь да будет славен!
Сын
Отец мой, нас Господь хранит,
На землю яблоко летит.
Уж так Господь управил.
TELL UND SEIN KIND
Abgeschrieben vom Giebel eines Hauses in Arth
in der Schweiz durch Arnim
Zu Ury bey den Linden
Der Vogt steckt auf den Huth,
Und sprach: Ich will den finden,
Der dem kein Ehr anthut.
Ich that nicht Ehr dem Huthe,
Ich sah ihn kühnlich an,
Er sagt: Du traust dem Muthe,
Will sehn, ob du ein Mann! –
Er faßt den Anschlag eitel,
Daß ich nun schieß geschwind
Den Apfel von dem Scheitel
Meinem allerliebsten Kind.
Kind
Ach Vater, was hab' ich gethan,
Daß du mich also bindest an?
Tell
Mein Kind schweig still, mein Herz schonst groß,
Ich hoff, es soll mein Pfeilgeschoß
Kein Schaden dir bereiten,
Du trägst kein Schuld und ich kein Sünd,
Ruf nur zu Gott mit mir mein Kind,
Gott wird den Pfeil schon leiten.
Halt auf dein Haupt, richt dich nur auf,
In Gottes Namen schieß ich drauf,
Der gerechte Gott soll leben!
Kind
Ach Vater mein, Gott mit uns hält,
Der Apfel von dem Scheitel fällt,
Gott hat den Segen geben.
Источник: Des Knaben Wunderhorn. Alte deutsche Lieder,
gesammelt von L. Achim von Arnim und Clemens Brentano
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