Die Seele
Ach, meine Seel', gleich einer Pilgerin,
Vertreibt die Zeit und wandert kreuz und quer...
Da schlag sie mal — sie fletscht die Zaehne wild,
Da streichle sie — sie betet schon zum Herrn...
Da schlag sie mal — sie fletscht die Zaehne wild,
Da streichle sie — sie betet schon zum Herrn.
Ach, meine Seel', gleich einem Voegelchen,
Singt in der Frueh, doch zur Nacht weint sie sehr...
Und glaubt ans Leben nach dem Tode,
Doch fuerchtet sich vor ihren Suenden...
Und glaubt ans Leben nach dem Tode,
Doch fuerchtet sich vor ihren Suenden.
Ach, meine Seel', gleich 'ner Gefangenen,
Als suendig gilt — in Kettenlastern...
Da lob sie mal — und sie ist ganz im Weiss,
Da tadel sie — da ist sie ganz im Schwarz...
Da lob sie mal — und sie ist ganz im Weiss,
Da tadel sie — da ist sie ganz im Schwarz.
Und uns're Seelen, gleich den Wanderern,
Mal fallen wir, mal steigen wir empor,
Errette uns, Herr, wenn wir straucheln,
Vergib uns, Herr, wenn Reue tritt hervor!
Errette uns, Herr, wenn wir straucheln,
Vergib uns, Herr — wir treten reuig vor...
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