Der letzte Brief aus Kasachstan

Ich halte heut den alten Brief,
den ich so viele Jahre aufbewahrte.
Die Tinte ist schon blass geworden,
doch jedes Wort ist noch in mir.

Ich sehe wieder jene Stra;en,
den Fluss, der still am Dorfe lag,
den warmen Wind, den Duft der Steppe
und unsern langen Sommertag.

Mein Zuhause ist so weit,
doch mein Herz kennt keinen Weg.
Ich hab mein Leben hier gelebt,
doch etwas in mir fehlt.
Mein Zuhause ist so weit,
und die Zeit vergeht so schnell.
Wenn ich meine Augen schlie;e,
bin ich wieder dort —
wo meine Kindheit lebt.

Wir waren jung und voller Tr;ume,
wir dachten, alles bleibt f;r uns.
Wir liefen barfu; durch die Sommer,
und glaubten an die Ewigkeit.

Der Abend sank auf unsre H;user,
am Fluss sang irgendwo ein Lied.
Wir wussten nicht, dass manche Wege
f;r immer auseinanderzieh'n.

Mein Zuhause ist so weit,
doch mein Herz kennt keinen Weg.
Ich hab mein Leben hier gelebt,
doch etwas in mir fehlt.
Mein Zuhause ist so weit,
und die Zeit vergeht so schnell.
Wenn ich meine Augen schlie;e,
bin ich wieder dort —
wo meine Kindheit lebt.

Dann kam der Tag, an dem ich ging,
mit einem Koffer voller Fragen.
Ich lie; so vieles hinter mir,
was ich nie lernen wollte loszulassen.

Ein neuer Himmel, neue Stra;en,
ein fremdes Wort, ein neues Haus.
Ich musste lernen, neu zu leben,
doch meine Wurzeln riss ich nicht heraus.

Hier wurde ich mit Jahren ;lter,
hier fand ich Arbeit, fand mein Gl;ck.
Ich habe Freunde, habe Menschen,
doch manchmal zieht mein Herz zur;ck.

Wenn drau;en dieser Regen f;llt
und leise an die Scheiben schl;gt,
dann h;re ich im Wind von damals,
wie meine alte Heimat lebt.

Mein Zuhause ist so weit,
doch mein Herz kennt keinen Weg.
Ich hab mein Leben hier gelebt,
doch etwas in mir fehlt.
Mein Zuhause ist so weit,
und die Zeit vergeht so schnell.
Wenn ich meine Augen schlie;e,
bin ich wieder dort —
wo meine Kindheit lebt.

Vielleicht ist Heimat nicht nur eine Grenze,
nicht nur ein Ort auf einer Landkarte.
Vielleicht ist Heimat diese Stimme,
die man im Herzen niemals verliert.

Vielleicht sind es die alten Wege,
ein Baum, ein Haus, ein Fluss im Abendlicht.
Vielleicht ist Heimat das Gef;hl,
dass irgendwo noch jemand an dich denkt.

Sag mir, kann ein Mensch zwei Heimaten haben?
Kann man zwei Welten tief im Herzen tragen?
Ich wei; es nicht…
Vielleicht ist Heimat dort,
wo man geliebt hat,
wo man einmal zu Hause war.

Und wenn ich eines Tages wiederkomme,
wer wei;, ob ich noch alles wiederfinde.
Vielleicht ist vieles l;ngst verschwunden,
doch meine Kindheit bleibt bei mir.

Denn H;user k;nnen irgendwann zerfallen,
und Wege k;nnen sich im Gras verlieren.
Doch was ein Mensch im Herzen tr;gt,
kann keine Zeit aus seinem Leben nehmen.

Mein Zuhause ist so weit,
doch mein Herz kennt keinen Weg.
Ich hab mein Leben hier gelebt,
doch etwas in mir fehlt.
Mein Zuhause ist so weit,
und die Zeit vergeht so schnell.
Wenn ich meine Augen schlie;e,
bin ich wieder dort —
wo meine Kindheit lebt.

Mein Zuhause ist so weit…
doch in meinem Herzen nah.
Und wenn ich meine Augen schlie;e,
wei; ich wieder, wer ich war.

Dort, wo der Wind die Steppe ber;hrt,
dort, wo mein erstes Tr;umen begann.
Dort ist ein Teil von mir geblieben —
den ich niemals vergessen kann.

Bei dir…
bei mir…
bei meiner Heimat.
Dort, wo meine Kindheit blieb.

Alexander Omeljianenko (Omansio)


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