Der Amtsschimmel wiehert

Bedeutung und Hintergrund der Redewendung „der Amtsschimmel wiehert“
„Der Amtsschimmel wiehert“ ist eine ironische Redensart, die auf ein ;bertriebenes, l;stiges oder l;stiges B;rokratieverhalten hinweist Wiktionary+1.

Etymologie und Ursprung
Die Wendung leitet sich von „Amtsschimmel“ und „wiehern“ ab. Der „Amtsschimmel“ steht symbolisch f;r das alte, verstaubte, schwerf;llige Transport- oder Dienstmittel der Verwaltung – urspr;nglich ein Pferd, das im Amt vor den Aktenwagen gespannt war Zitate.
Die erste schriftliche Belegung stammt aus der Zeitschrift Die Gartenlaube 1865, in einem Artikel ;ber das „Bureaukr;tlein“ Zitate.
Der Ausdruck „der Amtsschimmel wiehert“ wurde im 19. Jahrhundert popul;r, um b;rokratische Routine und starre Vorschriften zu kritisieren Wikipedia.

Bedeutung
W;rtlich: Beschreibt das Ger;usch eines Pferdes im Amt.

;bertragen: Signalisiert, dass B;rokratie, ;bertriebene Formalien oder starre Vorschriften sichtbar werden – oft mit genervter Resignation Zitate.

Kern: Es geht nicht um die Faulheit einzelner Beamte, sondern um die Eigenlogik und Schwerf;lligkeit des Systems selbst Zitate.

Verwendung im Alltag
Die Redewendung wird heute h;ufig gebraucht, wenn:

Formulare oder Vorg;nge unn;tig komplex sind.

Antr;ge in Zust;ndigkeitswirren verlieren.

B;rokratische H;rden eine einfache Angelegenheit erschweren.

Beispiele aus der Praxis:

„Bei dieser Corona-Pandemie wiehert der Amtsschimmel: Ein Arzt muss sechs bis sieben Unterschriften auf Formularen leisten, um eine Impfung zu beantragen.“ Digitales W;rterbuch der deutschen Sprache

„In der Stadt Salzburg wiehert der Amtsschimmel: Wer eine W;rmeisolierung saniert, die ;ber ;ffentlichen Grund ragt, muss eine Abgabe zahlen.“ Digitales W;rterbuch der deutschen Sprache

Abwandlungen
„Da wiehert der Amtsschimmel“ – in einem bestimmten Bereich ist die B;rokratie besonders bemerkbar Digitales W;rterbuch der deutschen Sprache.

Ironie und Satire
Die Wendung eignet sich f;r lockere, ironische Kommentare zu Verwaltungsabl;ufen und ist auch in digitaler B;rokratie aktuell – etwa bei nicht speicherbaren Formularen oder inkompatiblen Dateiformaten Zitate.

Fazit: „Der Amtsschimmel wiehert“ ist ein lebendiger, ironischer Ausdruck f;r ;bertriebene B;rokratie, der sowohl in der traditionellen als auch in der digitalen Verwaltung aktuell ist.

wiehern
GrammatikVerb · wiehert, wieherte, hat gewiehert
Aussprache
Worttrennung wie;|;hern
Wortbildung mit ›wiehern‹ als Letztglied: anwiehern
Mehrwortausdr;cke der Amtsschimmel wiehert / da wiehert der Amtsschimmel
Bedeutungs;bersicht
1. ;das Pferd wiehert; das Pferd l;sst seine Stimme hell und zitternd ert;nen
2. [salopp, ;bertragen] sehr laut, ungehemmt und in hohen T;nen ;ber etw. lachen
Bedeutungen
eWDG 1977
1.
;das Pferd wiehert;das Pferd l;sst seine Stimme hell und zitternd ert;nen
Beispiele:
das Pferd wiehert laut, hell, vor Freude, Ungeduld
mit leisem, freudigem Wiehern begr;;t der Hengst die Stute, seinen Herrn
Und das Ro;, den Stall witternd, wieherte in die Nacht [ ViebigSchlafendes Heer463]
2.
salopp, ;bertragen sehr laut, ungehemmt und in hohen T;nen ;ber etw. lachen
Beispiele:
bei den Vorf;hrungen der Clowns wieherte das Publikum vor Vergn;gen
;ber den Witz wieherte die ganze Gesellschaft, Klasse
das ist ja zum Wiehern!
Etymologisches W;rterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Etymologie
wiehern Vb. ‘Laut geben, Laute aussto;en’, (von verschiedenen Tieren, besonders vom Pferd), ;bertragen ‘laut lachen’ fr;hnhd. wy(h)ern (15. Jh.) ist eine Iterativbildung zu gleichbed. ahd. wih;n (Hs. 12. Jh.), mhd. wihen(en), das ablautend neben ahd. (h)wei;n (8. Jh.), mhd. weien, weijen, weigen steht. Vergleichbar sind auch isl. hv;a ‘wiehern’, schwed. (mundartlich) hwija ‘laut oder heftig ... Mehr
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www.openthesaurus.de (04/2026)
Bedeutungsverwandte Ausdr;cke
Tr;nen lachen · Tr;nen weinen vor Lachen · aus vollem Halse lachen · dr;hnend lachen · einen Lachanfall haben · einen Lachflash haben · gr;len (vor Lachen) · herausplatzen vor Lachen · hysterisch lachen · schallend lachen · sich (auf dem Boden) w;lzen vor Lachen · sich (beinahe) totlachen · sich aussch;tten vor Lachen · sich biegen vor Lachen · sich den Bauch halten vor Lachen · sich die Seiten halten (m;ssen) vor Lachen · sich festhalten m;ssen vor Lachen · sich kaputtlachen · sich kugeln (vor Lachen) · sich nicht (/ kaum noch) halten k;nnen vor Lachen · wiehernd lachen  ;  fast sterben vor Lachen ugs. · geiern ugs., regional · in die Tischkante bei;en vor Lachen ugs. · losgr;len ugs. · losprusten ugs. · loswiehern ugs. · rumgeiern ugs. · sich 'nen Ast lachen ugs. · sich (auf dem Boden) kugeln vor Lachen ugs. · sich (be)kringeln (vor Lachen) ugs. · sich (fast) bepissen vor Lachen derb · sich (fast) in die Hose machen vor Lachen ugs. · sich be;mmeln ugs. · sich flachlegen vor Lachen ugs. · sich halbtot lachen ugs. · sich kranklachen ugs. · sich kringeln (vor Lachen) ugs. · sich krumm und bucklig lachen ugs. · sich krumm und schief lachen ugs. · sich nicht mehr (/ kaum noch) einkriegen (vor Lachen) ugs. · sich scheckig lachen ugs. · sich schepp lachen ugs., variabel · sich schieflachen ugs. · sich schlapplachen ugs. · sich weglachen ugs. · sich wegschmei;en (vor Lachen) ugs. · wiehern ugs.
DWDS-Wortprofil
Typische Verbindungen zu ›wiehern‹ (berechnet)
Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wiehern‹.

Amtsschimmel bellen drau;en Esel Ferne Freude freudig fr;hlich Gaul Hengst kr;ftig Lachen laut leise Pferd Publikum Ross Saal Schimmel Stute Vergn;gen
Legende:   
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DWDS-Beispielextraktor
Verwendungsbeispiele f;r ›wiehern‹
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bocke, ich schnaube, ich wiehere, ich b;ume mich auf, ich schlage aus. [Die Zeit, 13.03.1995]
Die Studenten waren ziemlich betrunken und wieherten ;ber seine Ausspr;che. [Nossack, Hans Erich: Nekyia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1961 [1947], S. 72]
H;hne kr;hen, Pferde wiehern; sonst ist kein Laut zu h;ren. [Der Tagesspiegel, 23.08.2001]
Sie h;rten das Pferd im Stall wiehern und den gefangenen Waldi bellen. [Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 217]
Drei M;nner und sechs Frauen gluckern, wiehern, prusten um die Wette. [Bild, 29.03.2001]


Ich hab schon Amtsschimmel vor dem Rathaus wiehern hoeren ... "  Hauptmann von Koepenick


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