Naechtlicher Gang. Nach Mitternacht
Два стихотворения (диптих)
I. Naechtlicher Gang
(Hommage / стилизация в манере Генриха Гейне)
Die Gassen schlafen, nass und stumm,
Ein Hund bellt fern im Hof;
Laternen tragen, krank und krumm,
Ihr Licht wie einen Stoff.
Ich wandle wie ein alter Brief,
Den niemand mehr begehrt;
Mit einer Unterschrift so tief,
Dass sie das Blatt versehrt.
Der Wind, der Schalk, zupft mir am Rock
Und raunt mir ihren Namen vor;
Ich laechle, ziehe weiter stock-
Verliebt, und schweige: Tor.
Ein Fenster glueht, ein Vorhang weht,
Ein fremdes Lachen faellt
Wie Muenze, die zu Boden geht
In einer andern Welt.
Ich gruesse still, ich gehe sacht,
Wie man an Graebern geht;
Was einst geblueht in einer Nacht,
Ist morgens schon verweht.
Die Pflastersteine glaenzen blind,
Der Mond haelt stumm die Wacht;
Ich gehe heim, ein muedes Kind,
Und etwas reicher - Nacht.
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II. Nach Mitternacht
(авторский текст)
Die Stadt ist leer.
Der letzte Wagen
schiebt Licht durch Glas.
Ich geh nach Haus.
Ich kann nichts sagen.
Ich weiss nicht, was.
Sie hatte oft
den obersten Knopf
offen -
das war alles. Das.
Daran, daran
zerbricht man. Ich
zerbrach. Ich geh.
Ich grinse. Geh.
Mein Mantel trieft.
Ein Hund bellt fern.
Ein Mann, der ich
einmal gewesen,
kommt mir entgegen,
nimmt nicht den Hut.
Wir kennen uns
nicht mehr so gut.
Geh weiter, sag ich.
Schliess ab. Mach Tee.
Lass ihn stehn.
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Примечание автора
Первый текст — сознательная стилизация и оммаж: работа с формой и интонацией в манере Гейне. Второй — мой собственный голос: та же ночная траектория, но без маски и без жанровых ограничений. Неравномерность строф во втором тексте намеренна.
© Даниил Лазько, 2026
(c) Daniil Lazko, 2026
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