Denkfalle Thinking trap

Bedeutung und Rechtschreibung von „Denkfalle“ nach Duden

„Denkfalle“ ist ein Substantiv, feminin (Wortart: Substantiv, f.), das in der deutschen Sprache verwendet wird, um einen unterlaufenen Fehler beim unachtsamen Denken zu beschreiben Duden.


Bedeutung: Fehler, der durch unachtsames oder unvorsichtiges Denken entsteht.


Haeufigkeit: Selten, nicht alltaeglich, eher im speziellen sprachlichen oder philosophischen Kontext.

Grammatik
Deklination: Weiblich, daher entsprechende Deklinationen wie die Denkfalle, deren Denkfalle, eine Denkfalle.

Konjugation: Nicht konjugierbar, da Substantiv.
Synonyme
Denkfehler
Denktrappe

Denkfall

Logikfalle

Beispielsatz
„Er fiel in eine Denkfalle, weil er die Argumente des Gegners zu schnell abwies.“


beide Augen zudr;cken
GrammatikMehrwortausdruck
Nebenform zwei Augen zudr;cken
Aussprache 
Hauptbestandteilebeide Auge zudr;cken, zwei Auge zudr;cken
Bedeutung
DWDS 2022
bildlich ;jmd. dr;ckt beide Augen zu;sehr nachsichtig, ;beraus gro;z;gig (mit jmdm., etw.) umgehen; bei einem Mangel, Missstand, jmds. Fehlverhalten bewusst wegsehen


Etymologie
Die genaue etymologische Herkunft ist nicht im Duden-Online-Excerpt enthalten, aber das Wort leitet sich wahrscheinlich von „Denken“ und „Falle“ ab, wobei „Falle“ hier im Sinne einer „Falle“ f;r den Denkprozess steht.

Tipp: Im Duden-Online-W;rterbuch finden Sie weitere Verwendungsbeispiele, Synonyme und Grammatiktabellen zu „Denkfalle“ Duden.

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Eine Denkfalle ist ein Fehler im Denken, der entsteht, wenn gewohnte Denkmechanismen in einer Situation versagen und zu Irrtuemern fuehren.
Definition und Rechtschreibung
Laut Duden bezeichnet „Denkfalle“ einen Fehler, der bei unachtsamem Denken unterlaufen kann. Das Wort wird grossgeschrieben, da es ein Substantiv ist, und korrekt zusammengeschrieben als „Denkfalle“ verwendet. Synonyme sind unter anderem Gedankenfalle oder kognitive Taeuschung.
www.duden.de
Psychologischer Hintergrund
Eine Denkfalle tritt auf, wenn ein bewaehrter Denkmechanismus auf eine Situation angewendet wird, die dieser Mechanismus nicht korrekt loesen kann, was zu Fehlschluessen oder Irrtuemern fuehrt. Typische Folgen sind Fehldiagnosen, riskante Entscheidungen, Design- oder Programmierfehler. Denkfallen aehneln optischen Taeuschungen, da man fast zwangslaeufig auf sie hereinfaellt.
Wikipedia
Beispiele f;r Denkfallen
Leiterproblem: Der Mittelpunkt einer Leiter, die von einer Wand weggezogen wird, beschreibt eine konkave Kurve, obwohl die intuitive Antwort meist eine konvexe Kurve ist.
1
Geburtstagsparadox: Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Personen in einer Gruppe von 25 am gleichen Tag Geburtstag haben, wird oft falsch eingeschaetzt; tatsaechlich liegt sie bei 57 %.
1
Alltagsbeispiele: Menschen unterschaetzen Risiken im Internet oder ueberschaetzen einfache Loesungen f;r komplexe Probleme, was zu Denkfallen fuehrt.
1


2 Sources
;bersetzung ins Englische
Der Begriff „Denkfalle“ wird im Englischen oft als thought trap oder cognitive trap ;bersetzt.

Zusammenfassung
Eine Denkfalle ist also ein kognitiver Irrtum, der durch automatische Denkprozesse entsteht, die in bestimmten Situationen versagen. Das Verstaendnis von Denkfallen hilft, bewusster zu denken, Fehler zu vermeiden und Entscheidungen zu verbessern.

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Fallhoehe
Der Begriff der Fallhoehe ist unmittelbar mit der Staendeklausel, einem dramenpoetischen Prinzip, verbunden. Die Staendeklausel besagt, dass in einer Tragoedie nur Koenige, Fuersten sowie Figuren mit einem hohen gesellschaftlichen Rang dargestellt werden sollten, wohingegen das einfache Buergertum in Komoedien gezeigt werden sollte. Begruendet wurde dies damit, dass nur Figuren, die ueber einen sehr hohen Status verfuegen, die entsprechende Fallhoehe haben, um beim Scheitern als tragisch wahrgenommen zu werden. Das bedeutet aber auch, dass das Leben der Buergerlichen zu wenig Bedeutung hat, um eine Fallhoehe zu erreichen, die in der Tragoedie zur Geltung kaeme.


Prinzip der Fallhoehe
Das grundsaetzliche Prinzip dieser Staendeklausel findet sich bereits bei Aristoteles, der angibt, dass die Tragoedie vor allem das Leben der guten und schoenen Menschen zeigen sollte, wobei die Angelegenheiten der schlechten sowie haesslichen Menschen der Komoedie vorbehalten sein sollten. Aristoteles Aussage ist allerdings recht allgemein gehalten und wurde erst ab dem 16. Jahrhundert vermehrt sozial interpretiert und unmittelbar auf die Staende bezogen. Den Begriff der Fallhoehe praegte dann 1746 Charles Batteux.

Charles Batteux, ein Kritiker, betitelte das Prinzip erstmalig in der Abhandlung Les Beaux-Arts r;duits ; un m;me principe und beschreibt hierbei die Notwendigkeit der Fallhoehe des tragischen Protagonisten. Das Werk war erfolgreich und wurde von vielen Gelehrten, wie beispielsweise Arthur Schopenhauer, aufgegriffen. Schopenhauer beschreibt in Die Welt als Wille und Vorstellung (1819/1844), dass die Ausweglosigkeit und das Scheitern des tragischen Helden nur sinngemaess verdeutlicht werden kann, wenn ebendieser Held einen fuerstlichen Rang haette, wohingegen das Schicksal der Buergerlichen dafuer nicht geeignet scheint, da diese nur Probleme haetten, die loesbar seien.

Es geht letzten Endes also darum, dass nur der Fall eines Helden, der eine hohe Position innehat und moralisch gefestigt scheint, den gewuenschten Effekt auf das Publikum haben kann, wobei die Tiefe seines Falls entscheidend fuer die Publikumswirkung ist. Im Zuge der Moderniserung des Dramas und dem Wegfall der Staendeklausel, verschwand das Prinzip der Fallhoehe allerdings, weshalb nun auch Figuren mit einem niederen Stand in tragischen Konflikten gezeigt werden, da ihre Probleme mit der Zeit denen des Adels aehnelten. Die Fallhoehe ist in diesem Sinn im modernen Drama kaum zu finden.Das Prinzip der Fallhoehe im Drama


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Fall­hoe­he, die

Bedeutungen (3) ;
Strecke, die ein Koerper im freien Fall zuruecklegt
Gebrauch
Physik
(besonders in der Dramaturgie des Barocks und der Aufklaerung) Weg des sozialen Falls des Helden, der als desto tiefer empfunden wird, je hoeher sein sozialer Rang ist
Gebrauch
Literaturwissenschaft
hohe Ausgangsbasis, hoher Ausgangspunkt (von dem ein Absturz leicht moeglich ist)
Beispiel
die Fallhoehe dieses Ausnahmeschauspielers ist atemberaubend
Diskrepanz
Beispiel
die Fallhoehe zwischen Anspruch und Wirklichkeit



Ein Oberbefehlshaber, der auf moegliche Probleme beide Augen zudrueckt, endet bald in der Denkfalle ... "  Carl von Clausewitz


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