Die Sage vom heiligen See Weimar

Prolog

Es lebten einst zwei Br;der auf der Erde.

Der eine h;rte die Berge und Fl;sse —
mit Seele und Herz,
er erf;llte die Bitten der Erde,
nannte sie Mutter —
russischer Iwan.

Der andere —
antwortete nicht auf ihre Bitten,
vergoss unschuldiges Blut der Tiere
und verstummte mit der Seele.
Er hie; German.

— Kann alles wieder gut werden?
— Es kann.
Man muss den Menschen die Erinnerung zur;ckgeben.
Sie ist in den Namen bewahrt,
die in den B;chern verstauben.
Und sie kehrt zu den Ahnen zur;ck, mit ihren Wurzeln…

Ich bl;ttere die Seiten,
sch;ttle den Staub der Jahrhunderte ab:
eins, zwei, drei —
Welt, erwache!

Ein goldener Apfel rollt
;ber den Tellerrand,
;ffnet den Schleier Weimars…

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An diesen Orten
reines Wasser des Quells – der Quelle – des Ursprungs,
der heilige See, in ihm erbl;ht die wei;e Lotusblume…
Der Buchenwald –
Schutz der Erde,
ihrer Fruchtbarkeit,
Verbindung mit den Wurzeln, der Erde, den heimischen G;ttern.
Ich gebe dieses Land zur;ck,
gebe es bereits zur;ck.

Ich nehme den Mantel des Leidens von der Erde, verbrenne ihn –
und sehe: Wiesenkr;uter,
gr;ner Buchenwald,
den Berg der Heilkr;uter,
das Summen der Bienen,
Schmetterlinge,
Meisen,
und Ameisen bauen ihr Haus.
Vogelgezwitscher erf;llt die H;gel und Fl;sse –

Wir sind erwacht,
wir sind wieder mit dem Menschen-Sch;pfer,
der in die Welt
Liebe und G;te tr;gt…
Das B;se schmilzt, es ist verschwunden.

Der See – Weimar – befreite sich von dunklen Zaubern,
ent-sumpfte sich, in ihm bl;ht die wei;e Lotusblume,
;ber ihm strahlt die Sonne im Zenit.
Dieses Land ist Rossa.
Vom Himmel str;mt Tau,
Russisches Land,
Rus,
Flussbett,
russisch –
Rein, heilig, gerecht.
Aus dem Quell floss lebendiges Wasser.

Der Wald am Ettersberg erwacht –
(Berg der Heilkr;uter)
(genug des Grams und der Schmerzen).
Wind, verweh den Schmerz,
s;e
Liebe, Liebe, Liebe,
trage die Samen der Liebe durch ganz Deutschland.

German – stumm,
der Mensch verstummte vor der lebendigen Natur –
stumm wurde er, German.

Die Erde atmete auf,
ein Riss entstand,
B;che liefen,
belebten die Gegend mit ihren Liedern.
Die Erde atmete wieder auf…
Lebendig bin ich.
Auf mir wachsen Heilkr;uter –
Minze und Johanniskraut…
Finde jedes, um
das Leiden zu heilen.
Kr;uter, Mensch – sind dir Freund.

Das lebendige Wasser stieg in die Wurzeln der B;ume.
Die Bl;tter an ihnen raschelten gr;n,
neue Knospen erschienen,
V;gel bauen Nester, singen, singen, singen.
Kindlein erscheinen zur Freude in der Familie.
Die Welt ist lebendig,
der Mensch in ihr ist ihr eigen,
heimisch.

Alle Quellen erwachten
und ergossen sich in den heiligen See.
Das Quellchen am Felsen –
du bist nicht Goethes,
russisch bist du,
lebensspendend,
du befreist den Kommenden von jedem Leiden und Schmerz.
Du erinnerst:
du – Mensch, der Natur Freund und H;ter…
Atem – Einatmen Liebe,
Ausatmen Dankbarkeit.
Sat Chit Ananda,
Om Skar Sat Nam.

Russischer Geist ergie;t sich ;ber deutsches (stummes) Land…
Russland…
Russland…
Russland…
Russlands Strahlen ergie;t sich,
dieses Land schlie;t sich mit lebendiger Seele Russland an.
Die Erde und die Menschen auf ihr erwachen.

Die Ilm flie;t,
an ihren Ufern w;chst die Ulme (Ilm),
tiefe Wurzeln –
lebendiges Ged;chtnis der Erde.
Holt ihre Wurzeln aus der Tiefe der Zeiten hervor.

Im Herzen – Gott.
Mit Liebe im Namen der Liebe wurde die Welt von Gott erschaffen.
Alle destruktiven Programme sind vernichtet.

Weimar – der heilige See mit der wei;en Lotusblume.
Die Quelle, die das Fl;sschen Ilm speist – die Heilige Quelle.
Buchenwald – Buchenwald,
Schutz der Erde, ihre Fruchtbarkeit,
Verbindung mit den Wurzeln, der Erde, den heimischen G;ttern.
Ettersberg – Heilkr;uter,
hier versammeln sich die Heiler, Kr;uterkundige von Neuem.

Jedem das Seine –
jedem das Seine,
Wahrheit.
Ich gebe es zur;ck.

Nehmt mit in die H;lle eure Zauberprogramme,
Sumpf,
Faust
und Mephistopheles,
Ungeziefer,
Faschisten,
Freimaurer,
KZ, Angst und Schmerz, Schie;erei, Sirenengeheul, Blut.
Das Hakenkreuz – Sonnenrad –
verwandelten sie in ein Symbol des Todes.
Der Finsternis ein Ende.

Ich beginne das Kollovrat zu drehen – das Hakenkreuz
im Takt des Lebens.
Es weht ;ber dem Nordpol Russlands das Banner.
Der f;nfzackige Stern
des Menschen-Sch;pfers
stieg empor und
bestieg seinen Thron
mit dem Vater unter Rossas Fl;gel.

1. M;rz 2026

Die Welt wird von Liebe regiert.

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Historischer Hintergrund und Anmerkungen

Weimar
Der Name leitet sich von althochdeutsch wih (heilig, geweiht) und mari (stehendes Gew;sser, Sumpf, See) ab. Erstmals im 10. Jahrhundert als Wimari erw;hnt, bedeutet er «Heiliger See». Vermutlich befand sich hier ein bereits in vorchristlicher Zeit verehrtes Gew;sser.

Ilm
Der Name des Flusses geht auf althochdeutsch elm (Ulme) zur;ck. Das Suffix -ina deutet auf Zugeh;rigkeit hin: «Ort, an dem Ulmen wachsen». An den Ufern der Ilm wuchsen einst diese B;ume, die dem Fluss seinen Namen gaben.

Ulme
Die indogermanische Wurzel wi(n)g'- liegt sowohl den germanischen als auch den slawischen Bezeichnungen des Baumes zugrunde: deutsch Ulme, russisch wjas (вяз). Sprachwissenschaftler vermuten einen Einfluss des Verbs «binden, flechten» (da Bast der Ulme zum Flechten genutzt wurde), was eine sinnvolle Verbindung schafft: Ulme (Baum) – versinken, im Schlamm stecken bleiben (russ. wjasnut).

Buchenwald
Der Name bedeutet w;rtlich «Buchenwald». Er wurde zum Symbol der Trag;die, kehrt in der Sage jedoch zu seiner urspr;nglichen Bedeutung zur;ck: Schutz der Erde, Fruchtbarkeit, Verbindung mit der Natur.

Ettersberg
Der Berg, auf dem sich Buchenwald befindet. Der zweite Teil -berg bedeutet «Berg». Die genaue Bedeutung des ersten Teils Etter- ist ungekl;rt. In der Sage wird der Berg als Ort der Heilkr;uter, als heilende Erde neu gedeutet.

Felsenbrunnen
W;rtlich «Felsenbrunnen» (Felsen – Fels, Brunnen – Quelle). Eine reale Quelle im Park an der Ilm, die von Goethe gestaltet wurde. Sie speist die Ilm mit Grundwasser. In der Sage wird sie als Heilige Quelle bezeichnet.

Jedem das Seine
Der lateinische Grundsatz suum cuique geht auf das r;mische Recht und Cicero zur;ck und bedeutet «jedem das Seine» als Prinzip der Gerechtigkeit. Von den Nationalsozialisten zynisch als Inschrift am Tor Buchenwalds verwendet. Die Sage gibt ihm seine wahre Bedeutung zur;ck.

Die slawische Vergangenheit dieser Lande
Das Gebiet Th;ringens war im 7.–10. Jahrhundert von westslawischen St;mmen besiedelt (Polabische Slawen, Vorfahren der Lausitzer Sorben). Sie hinterlie;en Spuren in der Toponymik: Viele Fluss- und Ortsnamen haben slawische Wurzeln. Im Zuge der deutschen Ostkolonisation im 12.–13. Jahrhundert wurden die Slawen assimiliert, doch ihre Sprache und Kultur sind in den Boden eingesickert. So bewahrt das Land um Weimar die Erinnerung an seine slawischen Vorfahren.

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Geschrieben in tiefer Verbundenheit mit der Erde, dem Wasser und der Erinnerung.


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