Die Holle ohne Herrn

In einem Reich, wo Licht nur Luege truegt,
Wo Zeit in Scherben starrer Spiegel liegt,
Herrscht' ich mit Ketten, mit Feuer und Qual,
Hielt dies fuer Kraft, mein Ideal.

Heut' war es Wahnsinn, wie sonst auch so sehr,
Man band dich fest an den Opferaltar.
Ich wart' auf Traenen, auf Zittern am Thron,
Auf Frost deiner Schwaeche, den eisigen Lohn.

Doch kein leeres Gebet, kein Knien vor der Kron',
Du sahst in die Seele, nicht Augen schon...
Fandst dort ein Splitterchen Glueck, einst zerschlagen,
Zogst dran – und hast mich ganz aufgeschlagen!

Und meine ewige Hoelle brach ein,
Unsre alte Ordnung zerfiel zu Staub allein!
Du wusstest ja gar nicht, was deine Hand tat –
Mit wahnsinn'ger Liebe schloss sie meinen Pfad.

Ploetzlich schlug das Herz, und es ward mir warm,
Menschlicher Schmerz hielt mich fest im Arm.
Ich sah: Groesse ist nur Glas, zerbrechlich und leer...
Wenn sie nicht bedeckt ist von Liebe umher!

Ich zerbreche die Kreise! Ich reisse den Pakt!
Zum Teufel mit Gesetzen! Zum Teufel mit Macht!
Lasst hoellische Meuten heul'n ohne Tat –
Zum Teufel mit Gesetzen! Zum Teufel mit Macht!

Ich liess Seelen frei, die auf Morgen gewartet,
Warf Stolz in die Lethe, hab' nichts mehr erwartet.
Durch Gaenge voll Hass, die so muede sich gaben,
Waehlt' ich nur deinen Duft, den einzigen, den ich will haben.

Unter der Haut – kein Ewigkeitsstrom,
Nur sinnlicher Schlag, aus dem langen Traum...
Ich bin nicht mehr Gott!
Ich bin nicht mehr Gott!

Ich zerbreche die Kreise! Ich reisse den Pakt!
Zum Teufel mit Gesetzen! Zum Teufel mit Macht!
Lasst hoellische Meuten heul'n ohne Tat –
Zum Teufel mit Gesetzen! Zum Teufel mit Macht!

Du streichst ueber Narben auf altem Ruecken,
Wo schwarze Fluegel einst brannten in Stuecken.
Ich press' dich naeher, halt' fest deinen Leib,
Damit wir vergessen, was blieb.

Keine Masken mehr, keine Ghule der Nacht,
Keine endlosen Toten, die Kaelte gebracht.
Nur du und dein Duft nach gebraehtem Kaffee,
Und dein Blick, den ich liebe – mein und sonst nie.

Die Hoelle schwieg, ist leer bis zum Grund,
In blauen Jeans steh' ich am Fenster, gesund.
Hier ist der Ort, wo Zuhause und Kraft,
Ich lern' diesen Ort, bis er alles schafft.

Ich bin hier normal, Ewigkeit fort,
Dein, solange das Licht scheint an diesem Ort.
Zeig mir, wie man ein Mensch wieder wird,
Der geliebteste... der die Zeit nicht irrt.

Ich zerbreche die Kreise! Ich reisse den Pakt!
Zum Teufel mit Gesetzen! Zum Teufel mit Macht!
Lasst hoellische Meuten heul'n ohne Tat –
Zum Teufel mit Gesetzen! Zum Teufel mit Macht!

Zeig mir doch... wie man ein Mensch wieder wird...
Der geliebteste...
Ich schaff' das bestimmt.


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