Leben wie ein Fluss

Wohin, o Fluss, in ferne Weiten
ziehst du und singst am Uferrand?
Was sah dein Wasser in den Zeiten,
wo Blumen bl;hten ;bers Land?

Du sahst die Burgen, dunkle H;hlen,
die W;lder, D;rfer, lautes Tun.
In deinen Wellen, deinem W;hlen
kann jede Zeitgeschichte ruh’n.

Du sahst die Blume, zart und helle,
den Schatten tiefen, jungen Wald.
Dein Weg, so fern an jeder Stelle,
spricht lauter als ein Menschenhalt.

Die Jahre ziehn, ich werd vergehen,
doch du wirst weiter in die Fern.
Und ;ber dir wird Sonne stehen,
und deine Fl;che gl;nzt wie Stern.

Doch Gott versprach in seinem Worte,
dass hier auf Erden Leben bl;ht —
ein Leben, das an diesem Orte
f;r alle Menschen ewig gl;ht.

Drum atme ich jetzt frei und leise,
denn ich wei; sicher: Meine Zeit
wird hier auf Erden ewig — wie die Reise
des Flusses, der durch Jahrtausende gleit’.

Die Hoffnung w;rmt mir Herz und Seele,
dass mein Weg, wie dein Lauf, besteht,
dass keine Schranke, keine Fehle
den Strom des Lebens je verdreht.

So flie;, o Fluss, und trag die Kunde,
dass Tod nicht Herr der Erde bleibt.
Wir leben neu im Liebesbunde,
wenn Morgenkraft die Welt ;berschreibt.


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