Juden und Radfahrer Angebliches Tucholsky-Zitat
Juden und Radfahrer – Ein angebliches Tucholsky-Zitat
BeitragsautorVon Robert F;rber
Ver;ffentlichungsdatum27. Februar 2016
7 Kommentarezu Juden und Radfahrer – Ein angebliches Tucholsky-Zitat
Kurt Tucholsky gilt als einer der meistzitierten deutschen Autoren und viele seiner pointierten Aussagen werden auch heute noch gerne verwendet. Das best;tigt unsere – wenig ;berraschende – tiefe ;berzeugung, dass Tucholsky weiterhin aktuell ist.
Allerdings kursieren auch sehr viele Zitate und Texte, die Tucholsky zugeschrieben werden, jedoch entweder erwiesener Ma;en oder aber h;chstwahrscheinlich nicht von ihm stammen. Da die h;chst verdienstvolle Tucholsky-Gesamtausgabe liegt leider noch nicht digital vor, daher ist es in vielen F;llen nicht ohne weiteres endg;ltig m;glich, den Nachweis zu erbringen, dass ein bestimmtes Zitat eben nicht von Tucholsky stammt.
Bei sudelblog.de gibt es bereits eine Sammlung Zitate, die eher nicht von Kurt Tucholsky stammen, nichtsdestotrotz jedoch unter seinem Namen kursieren. Dies ist zwar einerseits ein sehr sch;ner Beweis daf;r, dass Tucholskys Name auch heute einen guten Klang hat und er offenkundig popul;r ist, es ist aber andererseits doch die Aufgabe der Kurt Tucholsky-Gesellschaft f;r die Verbreitung und den Erhalt seines Werkes einzutreten – und dazu geh;rt dann eben auch, darauf hinzuweisen, wenn sein Name mit Texten in Verbindung gebracht wird, die eben nicht Bestandteil seines Werkes sind.
Aus verst;ndlichen Gr;nden wird derzeit in den sozialen Medien ein Tucholsky zugeschriebenes Zitat intensiv geteilt. Es lautet:
„Die Juden sind an allem Schuld, meinte einer. Und die Radfahrer… sagte ich. Wieso denn die Radfahrer?, antwortete er verdutzt. Wieso die Juden?, fragte ich zur;ck.“
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Die Zuschreibung zu Tucho?
Ist mir neu.
Sehr interessant dein Link, danke ;;;
In abgewandelter Form h;re ich aktuell immer mal wieder:
"Schuld? Sind die Russen und die Radfahrer!"
Was Gemini "wei;":
Der Satz "Schuld sind die Juden und die Radfahrer" ist eine ber;chtigte Parodie auf die Suche nach S;ndenb;cken in gesellschaftlichen und politischen Krisen.
Seine Herkunft wird oft dem ;sterreichischen Schriftsteller und Satiriker Karl Kraus (1874–1936) zugeschrieben, insbesondere im Kontext seiner Kritik an der Wiener Presse und Politik. Es ist eine Zuspitzung der Art und Weise, wie irrationale Schuldzuweisungen in der ;ffentlichen Meinung entstehen.
Es gibt jedoch keine eindeutige, schriftliche Quelle, die diesen Satz direkt in einem seiner Werke belegt. Die Zuschreibung zu Kraus ist eher als popul;res Aphorismus-;quivalent zu verstehen, das seinen bei;enden Witz und seine Kritik an leichtfertigen und absurden Schuldzuweisungen zusammenfasst, wie sie besonders im Kontext des grassierenden Antisemitismus seiner Zeit und der allgemeinen gesellschaftlichen Verwirrung auftraten.
; Was der Satz bedeutet
Der Satz funktioniert, weil er zwei v;llig unverbundene Gruppen nennt:
Die Juden: Stehen historisch f;r den klassischen und t;dlichen S;ndenbock in Europa (Antisemitismus).
Die Radfahrer: Eine willk;rliche, unspektakul;re Gruppe, die f;r eine beliebige, absurde Erg;nzung steht, die ebenso irrational beschuldigt werden k;nnte.
Die Kombination unterstreicht die Absurdit;t der kollektiven Schuldzuweisung, bei der es nicht um Logik, sondern nur um die Identifizierung eines Opfers geht.
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