Готфрид Келлер. Революция
"Добро грядёт!"– витает свысока
распевка жаворонка на заре,
"Добра живым!" –подземная тоска
из гро'бов ищет лаза на угрев,
"Добра!"– шумит зелёная листва,
и через сон в куда-то ввысь, вперёд
зовёт себя же, комкая слова,
свободой лихорадящий народ.
Свобода освежает города–
и по сердцам насельников живых
умы побудом метит навсегда
в поток спрямляя ключики молвы;
взывает солнце к каждому: "Смелей
ступай на площадь с міромъ из мирков,
собору свои чаянья излей
не устыдясь ни рубищ, ни оков,
печатаясь шагами напролом,
мечи да сей на правильном пути,
всю ненависть, любовь, добро и зло–
мечты и боль делами воплоти,
поспуд души и духа смело лей,
да не жалей восставшего себя,
по детскости деяний не болей:
рост не по дням– оскомина ребят."
Лучи сердцам взаймы свои крыла,
тепло и жар– озябшим языкам,
и чёрная работа тем светла,
и впору чин развязанным рукам:
дела боятся* грамотных десниц,
молчанья лёд– речистого тепла,
и тьмом препон, не ведая границ,
стремится просветлённая толпа.
..................
Невеста в день венчанья такова:
толпа, осознающая себя,
ведомая к свободе голова,
краснеет страстей мечту любя,
себя впервые в жизни оценя,
с судьбой решась на выигрышный спор–
в венце неопалимого огня
короны вожделеющий собор.
А злобная, безумнная толпа
способная крушить, не созидать
стихийна, безобразна и глупа,
ничья невеста, ни жена, ни мать–
свободу недостойна воплотить,
и та, невоплощённая, вдали
или вблизи годна особо жить–
под небом, в прашном саване земли.
перевод с немецкого Терджимана Кырымлы
* парафраз выражения "дело мастера боится", прим.перев.
Revolution
«Es wird schon geh'n!» ruft in den Lueften
Die Lerche, die am fruehsten wach;
«Es wird schon geh'n!» rollt in den Grueften
Ein unterirdisch Wetter nach.
«Es geht!» rauscht es in allen Baeumen,
Und lieblich wie Schalmeienton:
«Es geht schon!» hallt es in den Traeumen
Der fieberkranken Nation.
Die Staedte werden reg und munter,
«Es geht!» erschallt's von Haus zu Haus;
Schon steigt der Ruhm in sie hinunter
Und waehlt sich seine Kinder aus.
Die Morgensonne ruft: «Erwache,
O Volk, und eile auf den Markt!
Bring' auf das Forum deine Sache!
Im Freien nur ein Volk erstarkt!
Trag' all' dein Lieben und dein Hassen
Und Lust und Leid im Sturmesschritt,
Dein schlagend Herz frei durch die Gassen,
Ja bring' den ganzen Menschen mit!
Lass stroemen all' dein Sein und Denken
Und kehr' dein Innerstes zu Tag!
Die Kindheit braucht dich nicht zu kraenken,
Wenn du ein Kind von gutem Schlag!»
Die Morgensonne ruft: «Erwache!»
Klopft unterm Dach am Fenster an;
«Steh' auf und schau zu unsrer Sache,
Sie geht, sie geht auf guter Bahn!
Ich lege Gold auf deine Zunge!
Ich lege Feuer in dein Wort!
So mach' dich auf, mein lieber Junge,
Und schlag' dich zu dem Volke dort!»
Er eilt, und es empfaengt die Menge
Ihn hoffend auf dem weiten Plan;
Stolz traegt sein Kind des Volks Gedraenge
Zur Rednerbuehne hoch hinan.
Nun geht ein Leuchten und Gewittern
Aus seinem Mund durch jedes Herz;
Durch gold'ne Saele weht ein Zittern –
Es wird schon geh'n, schon fliesst das Erz.
Wie eine Braut am Hochzeitstage,
So ist ein Volk, das sich erkennt;
Wie rosenrot vom heissen Schlage,
Vom Liebespuls ihr Antlitz brennt!
Zum ersten Mal wird sie es inne,
Wie schoen sie sei und fuehlt es ganz:
So stehet in der Freiheitsminne
Ein Volk mit seinem Siegeskranz.
Doch wenn es nicht von Guete strahlet
Wie eine hochbeglueckte Braut,
So ist sein Lohn ihm ausgezahlet
Und seine Freiheit faehrt ins Kraut.
Ein boeses Weib, ein gift'ger Drache
Und boeses Volk sind all' ein Fluch,
Und traurig spinnt die beste Sache
Sich in ihr graues Leichentuch!
Gottfried Keller
Свидетельство о публикации №124030301902