***

Kesselflicker

Rastelbinder ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zur Operette von Franz Leh;r und Victor L;on siehe Der Rastelbinder.


Ein Kesselflicker ;bt eine flickhandwerkliche T;tigkeit aus, indem er zum Kochen bestimmte Kessel repariert und entstandene Loecher flickt.


Geschichte

Das Kr;nitzlexikon beschreibt die Kesselflicker als „eine Art von Kupferschmieden, welche mit altem Kupfer und ihrem Handwerkszeuge auf dem Lande umher ziehen, und insonderheit den Landleuten, oder an solchen Oertern, wo keine ordentliche Kupferschmiede sich befinden, die schadhaft gewordenen Kessel und anderes dergleichen Ger;th flicken oder ausbessern. Sie treiben sich gemeiniglich auch in den St;dten auf den Stra;en herum, und schreyen ihre Arbeit aus. Die rechten und z;nftigen Kupferschmiede aber halten sie f;r St;rer und Pfuscher.“[1]

Die Schmiedezunft setzte teilweise Verordnungen durch, die in Orten mit Niederlassungen von Kupferschmieden den Kesselflickern Flickarbeiten verbot.[2] In S;dosteuropa war die Reparatur metallener K;chenger;te auch eine Spezialit;t bestimmter Roma-Gruppen, z. B. insbesondere der Kalaidzhi.[3]

Bezeichnungen

Regional wurden die Flickhandwerker auch St;er genannt. Auch Kesselbesserer, Kesselb;;er, Kessellapper, im Niederdeutschen auch Ketelflicker, Ketellapper, Pottlapper. In Gro;britannien und Teilen Irlands geht die Fremdbezeichnung „Tinker“ f;r die aus der Mehrheitsbev;lkerung kommende Minderheit der Pavee auf die Reparaturarbeit mit dem Werkstoff Zinn (engl. tin) zur;ck. In ;sterreich wurde die Bezeichnung „Rastelbinder“ f;r Kesselflicker und Siebmacher verwendet.

Wie Scherenschleifer, Kupferschmiede, Besenbinder und andere Handwerker zogen sie mit Wohnkarren und Familie von Ort zu Ort. Sie lagerten neben den D;rfern und richteten dort ihre Werkst;tten und Feuerstellen ein.

Gingen sie in die Ortschaften, so sammelten sie dort die reparaturbed;rftigen T;pfe und Pfannen ein und l;teten L;cher wieder zu, dickten die Kesselb;den wieder auf oder verzinnten die Kessel neu. Heute wird das Handwerk in Europa nur noch in Rum;nien von Roma ausge;bt.

Sonstiges

Von diesem Berufsstand leiten sich auch mehrere Redewendungen her: „Der schimpft/s;uft wie ein Kesselflicker“ oder „Die schlagen/streiten sich wie die Kesselflicker“. Beide wollen sagen, dass man besonders laut, vulg;r oder exzessiv schimpft, s;uft, schl;gt oder streitet. Auch das Wort Katzelmacher (despektierlich f;r „S;dl;nder“) d;rfte damit in Verbindung stehen.

Franz Leh;rs Operette Der Rastelbinder spielt im l;ndlichen Milieu der Kesselflicker und fahrenden Handwerker in einem slowakischen Dorf. In der bildenden Kunst, vor allem in der Malerei waren Darstellungen von Kesselflickern und ihren Familien ein beliebtes Sujet.

Siehe auch
L;ten, eine Technik des Kesselflickers
Altwarenh;ndler
Weblinks
Wiktionary: Kesselflicker – Bedeutungserkl;rungen, Wortherkunft, Synonyme, ;bersetzungen
Commons: Tinkers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Kesselflicker und Kupferschmiede (abgerufen am 19. Dezember 2012) (PDF; 213 kB)
Einzelnachweise

Nach einer k;n. preu;. Verordnung, v. 11 Jul. 1735, soll den Kessel=F;hrern und Flickern in denen churm;rkischen St;dten, wo Kupfer=Schmiede wohnen, und eine halbe Meile um solche St;dte herum auf dem platten Lande, das Hausiren und Flicken nicht gestattet werden. Aus Kr;nitz, [2]
 Zitat: „Ras|tel|bin|der (fr;her): umherziehender Kesselflicker; Siebmacher“
Normdaten (Sachbegriff): GND: 4202011-6
Kategorien: HandwerksberufHistorischer Beruf


Рецензии