Wurstigkeit, die

Wurs­tig­keit, die

Wurschtigkeit
Bedeutungen (2)
das Wurstigsein
Grammatik
ohne Plural
wurstiges Verhalten


Synonyme zu Wurstigkeit
Lethargie, Schlendrian, Traegheit

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Schlendrian
Als Schlendrian wird umgangssprachlich eine langsame, traege, nachlaessige und dadurch ineffektive und fehleranfaellige Arbeitsweise verstanden. Der Schlendrian entsteht meist durch mangelnde Motivation und/oder zu ausgepraegte Routine bei der Arbeit. Man spricht dann davon, bei der Arbeit habe sich „der Schlendrian eingeschlichen“. Ebenso spricht man nach einem vergeblichen innovativen Vorstoss vom „alten Schlendrian“, wenn sich anschliessend nichts aendert.

Etymologisch leitet sich der erste Teil des Wortes vom Niederl;ndischen slenteren (sehr langsam rumlaufen, schlendern) ab, das im Deutschen zur Bezeichnung eines gem;chlichen, ziellosen Gehens wurde. Der zweite Wortbestandteil „ian“ entstammt vielleicht dem fr;hneuhochdeutschen „jan“ (Arbeitsgang).


Adaptionen
In der von Picander getexteten und um 1734 von Johann Sebastian Bach vertonten heiteren Kaffeekantate ist „Herr Schlendrian“ der Vater eines jungen M;dchens namens Liesgen, der ihr das Kaffeetrinken verbieten will. Liesgen willigt erst ein, als ihr der Vater eine Heirat verspricht. Heimlich l;sst Liesgen jedoch verbreiten, dass sie nur einen Mann will, der nichts gegen Kaffee hat. Bei Liesgen will sich also erneut der „alte Schlendrian“ einschleichen.

Auch im Zeit-Marsch (Sang der Ges;nge), Text: Wladimir Majakowski (dt.: Hugo Huppert); Musik: Hanns Eisler werden in der letzten Strophe „Faulheit und Schlendrian“ der alten Gewohnheit gleichgestellt.[1]

Die Punk-Band Feeling B verwendete das Wort in ihrem Song Schlendrian als Beschreibung f;r ihr nicht an die DDR angepasstes Lebensgef;hl: „Wenn ich nicht bezahlen kann, so wird der Wirt gelinkt.“

Im englischen Original des siebten Romans der Aubrey-Maturin-Serie („The Surgeon’s Mate“, deutscher Titel „Verfolgung im Nebel“) ist Schlendrian der Name eines deutschen Naturforschers, den Stephen Maturin im Nachgang seines Vortrages am Institut de France kennenlernt. Ohne dass ein Vorname genannt w;rde, wird er als Mann mit langem schwarzen Bart, als tiefgr;ndiger Gelehrter und herausragende deutsche Autorit;t f;r romanische Sprachen beschrieben.[2] Schlendrian ist auffallend traurig und berichtet Maturin nach dem kurzen Austausch von H;flichkeiten vom Tod eines gemeinsamen Freundes, der f;r den weiteren Verlauf der Erz;hlung bedeutsam ist.

Literatur
Schlendrian. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches W;rterbuch. Band 15: Schiefeln–Seele – (IX). S. Hirzel, Leipzig 1899, Sp. 631–333 (woerterbuchnetz.de).
Meyers Enzyklop;disches W;rterbuch. Band 32: Deutsches W;rterbuch O–Z. Mannheim/Wien/Z;rich 1981, ISBN 3-411-01833-X
Schlendrian. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollst;ndiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und K;nste. Band 35, Leipzig 1743, Sp. 50.


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