Артур Пфунгст 1864-1912. Истина
В колдуна, что клады охраняет,
И в дракона – сказочного зверя,
И в кольцо, что духов изгоняет.
Думал я, что жизнь – как песни сами:
Каждый день в ней дышит чудесами!
Но, взрослея, боль познав всецело,
Видеть стал, что мир легенд – лишь снится;
И одно желанье в сердце зрело:
Истиной навеки исцелиться.
Так я в книгах стал искать ответа –
У святого, мудреца, поэта.
И тогда поверил я в свободу
И в любовь, что целым миром правит,
В право и закон иного рода,
Тот, что жизнь лишь праведную славит.
И сказал: прекрасно царство братства,
Где все люди счастьем насладятся!
Я взрослел и понял, сжатый страхом:
«Новой сказке зря поверил ты!
Мир реальный низвергает прахом,
Разрушает юности мечты.
Так скорее обратись к науке, –
Правду лишь она влагает в руки!»
И поверил я в законы дела,
Землю с небом властные объять,
В атом и эфир проникнуть смело
И всему определенье дать.
Силу человека стал я славить:
Всё – в науке, не солжёт она ведь!..
Стал я стар – и вот с тоской и скукой
Говорю, что мифом обольщён:
Откровенно признано наукой,
Что не всё по силам ей ещё.
Мне на склоне жизни стало ясно:
Правду ищет человек напрасно!
Чтоб душе избавиться от боли,
Взял тогда я в руки сказок том:
Ведьмы, колдуны, драконы в нём…
Правда в том, что я себе позволил
Быть глупцом, обшарив целый свет:
Не найти, чего на свете нет!
Wahrheit
An die Hexen hab’ ich einst geglaubt,
An den Drachen, der im Wald sich sonnte,
An den Zaub’rer, der den Schatz geraubt,
An den Ring, der Geister bannen konnte —
Und ich dacht’: wie seltsam ist das Leben,
Wo so viele Wunder sich begeben!
Ich ward aelter dann und sah voll Schmerz,
Dass die Maerchenwelt ein Traum gewesen;
Nur ein Wunsch zog durch mein armes Herz:
In der Welt der Wahrheit zu genesen.
Und ich frug der Wahrheit hoechste Richter,
Las die Philosophen und die Dichter.
Und an Freiheit Hab’ ich dann geglaubt,
An die Liebe, die auf Erden waltet,
An das Recht - an Alles ueberhaupt,
Was das Leben ruehmenswert gestaltet;
Und ich dacht’ wie herrlich ist’s auf Erden,
Wo die Menschen alle gluecklich werden!
Ich ward aelter dann und sah mit Grausen,
Dass auf neue Maerchen ich gehoert,
In der echten Welt, im Leben draussen,
Ward mein Juenglingstraum gar rasch zerstoert.
„Greif’ zur Wissenschaft — sie wird dich lehren
Nimmermehr die Wahrheit zu entbehren!“
Und ich glaubte an „Gesetze“ jetzt,
Die den Himmel und die Erd’ regieren,
An Atom und Aether — ja zuletzt
Frisch an Alles, was zu definieren,
Und ich pries beglueckt die Menschenkraft,
Die die Wahrheit fand — die Wissenschaft!
Ich ward alt und sah mit tiefem Gram,
Dass ich mich auf’s Neu beklagen musste,
Dass die Wissenschaft mir ohne Scham
Offenbarte — was sie selbst nicht wusste.
Und ich sprach am Ende meines Lebens:
Ach! die Wahrheit sucht der Mensch vergebens!
Und ich griff, um meine Qual zu enden,
Nach dem Maerchenbuch der Kindheit still:
Hexen, Drachen, kommt mir Trost zu spenden,
Denn bei euch ich jetzt vergessen will,
Dass ich toericht auszog, zu erkennen,
Was sie auf der Erde Wahrheit nennen!
Arthur Pfungst
Aus der Sammlung Neue Gedichte
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