Franz Kiessling. Baume

Im Bo"hmerwald,im Harz,in den Vogesen
sind ihrer viele,die ich noch nicht sah
und nimmer sehen werde.Doch ihr Wesen
ist mir im Baum vor meinem Fenster nah.

Noch steht der Wald,den ich als Kind bewundert,
und scheint nich a"lter,als er damals schien.
Mich a"ndert jedes Jahr.Und dies Jahrhundert
wird mich begraben irgendwo bei Wien.

Vielleicht schon morgen unter Rauch und Tru"mmern,
ganz ohne Abschied, ohne Grabgeschenk.
Das wird die Welt der Ba"ume nicht beku"mmern,
sie ist nicht meinesgleichen eingedenk.

Wer bin ich dann?-Ich habe kein Verma"chtnis,
das meine Namen hier unsterdlich macht.
Doch wa"r ich gern in eines Baums Geda"chtnis,
so wie ich seinesgleichen gern gedacht.

Ihr alle,die ihr meine Liebe hattet:
ich hab die Ba"ume fast wie euch geliebt.
O wa"r mir stets fu"r euch ein Trost gestattet,
wie ihn der Schatten eines Baumes gibt.


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