1. EIN TICKET INS PARADIES
Ich steige gern
an der Ochotny Rjad aus!
Lass das Wetter sich aergern. -
Mein Gemuet ist hell!
Die Kuehle des Regens
sauge ich in mich ein,
damit ich in der Nacht
von deine Waerme traeum'...
Unser Leben
in der Ochotny Rjad
lebten wir nicht nach Regeln des Lebens.
Es aehnelte des Schicksals Launen...
Aber einmal hat der Herbst
uns eingeladen
und uns ein Ticket
ins Paradies geschenkt!
Wir steigen gern
an der Ochotny Rjad aus!
Langsam spazieren wir
im Menschengedraenge...
Wir erinnern uns
an das adlige gnaedige Fraeulein,
die uns im Theater an der Tverskaya
zusammen gebracht hat!
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2. AUGUST
Wir irrten im kosmischen Staub
zwischen den Splittern, dem Kehricht und den Chimaeren...
Uns blendeten die Blitze,
Und schmerzhaft grollte der Donner!..
Der August hat unseren Geist erprobt.
Er hat uns geschaffen und in den Kampf geschickt!
Aber wir kamen durch Gewitter und Sturm
und kehrten endlich nach Hause zurueck -
in dieses Haus, dass der Keiser Augustus
vor langen 2000 Jahren geschaffen hat,
in das Nest des Engels Gottes,
in das Land der Buchen und Magnolien, in den Garten Eden!
Hier ist die Welt kunstvoll und ideal,
Hier sind der Gesang der Voegel und das Glockenspiel der Kapellen,
Und Richard Wagner zusammen mit Ludwig dem Zweiten
fuehren uns in die Ewigkeit!
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3. DER KURS IN RICHTUNG SONNENUNTERGANG
Sieben Zwerge im Bayerischen Wald
trinken am Morgen den Eistau,
und Schneewittchen bei den Zwergen
trauert und wartet, bis wir kommen...
Im See der Traeume spiegeln sich die Berge,
und der Schrei der Schwaene ruft die Begeisterung herbei!
Die Schloesser sagen, die Weite sprengend:
"Nur vorwaerts und keinen Schritt zurueck!"
Glaub mir, verzag nicht!
Hoeher die Fluegel und flieg auf!
Wir fliegen ueber der Erde
und halten den Kurs in Richtung Sonnenuntergang.
Und nichts zwingt uns zurueckzukehren!
In den maerchenhaften Wald ruft uns das Neuschwansteinschloss,
In den Abgrund des Himmels und in das Paradies hinter den Wolken...
Ploetzlich ertoent Wagners Musik,
Und Lohengrin winkt uns zu
und laedt uns auf den feierlichen Ball ein...
Leise kommen wir in den Thronsaal...
Und auf dem Thron ist Ludwig der Zweite,
der von allen geliebte bayerische Koenig!
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4. DIE WEISSEN KRAEHEN*
Hier sind die Kraehen anderer Farbe,
und sie kraehen nicht - sie gurren nett,
und winken freundlich mit den Schnaebeln,
und greifen im Fruehjahr nicht an.
Wir waren frueher auch Kraehen... -
nein, nicht in diesem Leben, sondern im vorigen. -
Und um uns waren Fratzen,
und belaechelten uns veraechtlich!
Unsere weissen Federn
waren heller als der erste Schnee! -
Dafuer hat man uns getrete und gekickt,
wie den Fussball beim Spiel...
Wir waren fremd in diesem Schwarm,
wie die Parias, wie Fremdlinge...
Aber da kam ein Engel zu uns,
der hiess "Lufthansa"!
Er hat uns in solche Hoehen gehoben,
wo die Kraehen kraftlos sind,
und er hat unsere Gedanken
von den Kraenkungen und von der Hetze befreit,
und dann hat er uns weich
zwischen den Blueten auf die zauberhafte Insel gesenkt...
Uns wurde so leicht und so suess,
dass uns die Gefuehle zum Weinen brachten!..
Und in den Traenen haben wir uns umarmt,
blitzschnell verflechtend unsere Fluegel-Haende,
und haben uns auf dem uepptigen Zweig
der hohen und roten Buche niedergelassen!..
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*die weissen Kraehen sind Leute, die anders sind als die Mehrheit
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5. GALAXIS
Am Rande der Galaxie,
wohin das kalte Sternlicht
mit ewiger Verspaetung
in Millionen langen Jahren kommt,
wir wohnen im Weltall,
und, die Milchstrasse beobachtend,
in seinem blassen Nebeldunst
suchen wir das Wesen des Universums,
zu den Himmelskoerpern rufend,
verzweifelt schauend in die Hoehe:
"Wer wir sind? Was weisst Du?
O, Galaxis! O, Galaxis!"
Aber die Milchstrasse ist stumm und schweigt
ueber das Geheimnis der Geheimnisse der uralten Zeiten...
Und unsere Blicke fangen
nur das sterbende Photon... -
Aber dieser kleine Gesandte,
der uns das ferne Licht brachte,
der der grosse transastrale Wanderer ist,
ist die uns gegebene Antwort! -
Die Fregatten der Zeit tragen uns
immer vorwaerts und kein Jota zurueck!
Einst waren wir die Sterne
und werden Sterne wieder!..
